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BERLIN EXTREM oder Nonstop 32 Stunden schwarz in U- und S-Bahn!

Während sich die Besserverdienenden die Viktoria-Wasserfälle herunterstürzen, oder sich an einen Panzer (Typ: Leopard) gekettet aus 2.000 Meter Höhe schubsen lassen, um den gewünschten Adrenalin-Kick zu erlangen, bleibt mir und jedem Ottonormalverbraucher (1-Zimmer-Wohnung, 49 qm, ledig, keine Haustiere) eher eine bescheidene Auswahl an Möglichkeiten, seine Sucht nach dem Rausch der Geschwindigkeit, nach dem ultimativen Thrill zu stillen. Denkt man! Doch weit gefehlt: Seit ungefähr drei Jahren schon sprießen die urbanen Extremsportarten aus dem Asphalt, wie Pilze in der Küche und erleben gerade in unserer schönen Hauptstadt und deren Umgebung einen regelrechten Boom, wie ihn vorher nur Sportarten wie bspw. Basketball oder Tennis erlebte. 'The thrill is just a Dönerbude away', wie der Berliner Volksmund so schön sagt. Was mit eher harmlosen Spielchen wie 'Extremroden' (mit 1,8 Promille auf den nächtlichen Alleen Brandenburgs), 'Schoko-Latschen', auch bekannt als 'Häufchenspiel' (Barfuß durch Neukölln) oder auch 'Kotzebuh' (einseitiges Ernähren, ausschließlich mit Produkten aus dem Hause Schwartau, Hipp und Thomy) begann, treibt, zum Ende des Jahrhunderts hin, ungeahnte Blüten. Beispiele gefällig? Adrenalin-Junkies verkauften bis 1999 PKK-T-Shirts auf Türkenmärkten am Paul-Lincke-Ufer und die Hartgesottensten unter den Danger-Seekern zogen nach Berlin-Marzahn. Hat das noch irgendetwas mit Spaß zu tun? Ist dieses Verhalten noch mit Narzissmus zu entschuldigen? Mir als Frau ist das eh scheissegal.

Der neue Trend ab 1998 nennt sich 'BVG-Extrem'. Was erst einmal recht harmlos klingt, lässt einem, bei genauerer Betrachtung der Regeln dieses 'Sports', die Haare zu Berge stehen, auch die ganz kleinen, feinen auf den Unterarmen und (schluck) alle anderen. Hier nun eine kurze Regelkunde: 1.Regel ist, dass nur U- oder S-Bahnen benutzt werden dürfen, keiner der Bahnhöfe darf innerhalb von 24 Stunden verlassen werden, es sei denn, man wird gezwungen (Schwarzfahrtsöldnerabbruch). Als Extrem-Zosse giltst du dann, wenn du es dreimal um die Uhr schaffst, also 72 Stunden! 2.Regel: Es darf nur ohne Ticket gefahren werden, löst du eins, bist du raus! Alles klar? Also mutig an’s Werk!

 

Mo, 12.01, 6.00 Uhr: Bahnhof Zoo. Gestärkt und halbwegs ausgeschlafen betrete ich die Eingangshalle. Ich bin wider Erwarten recht aufgeregt, bin voller Mulm. Ein Junkie, der mir erzählt, dass auch er sich einmal an 'BVG-Extrem' wagte und so zur Nadel kam sowie die Headline der BZ 'Berliner Verkehrbetriebe rüsten auf bis zum Jahr 2005 ist Berlin Schwarzfahrer frei' steigern meine innere Unruhe.

Mo, 12.01., 6.15 Uhr: Ich betrete eine Bahn der Linie 9, Richtung Steglitz. Ich bin es nicht gewohnt, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Die vielen Menschen beunruhigen mich. Wie sie da so eng gedrängt im Wagon stehen, erinnern sie mich an eine Legebatterie auf dem Ökohof, den meine Eltern mit mir in fernen Sommern besuchten. Meine naive Frage, warum denn die Hühner so kleine Wohnungen hätten, bescherte mir die erste Strafarbeit meines Lebens (Gänse mästen).

Mo, 12.01., 6.38 Uhr: 'Rathaus Steglitz-Alle aussteigen' schallt der barsche Befehl über den Bahnsteig. Meine Bemerkung 'das kann man doch auch anders sagen' erntet misstrauische Blicke der anderen Fahrgäste. Nach kurzer Orientierungslosigkeit beschließe ich in die S-Bahn umzusteigen. Auf dem Weg nach oben, begegne ich einem Bettler, dessen Pappschildaufschrift 'Gegen Aids' mich einige Groschen in seinen Becher werfen lässt. Ah, frische Luft, endlich. Nach der langen Zeit unter der Erde, fühlte ich mich schon fast wie ein Kohlekumpel aus dem Pott.

Mo, 12.01., 6.42 Uhr: Apropos Pott: die vier Tassen Kaffee machen sich bemerkbar. Ich beschließe auf der bahnhofseigenen Toilette erst mal einen kleinen Chinesen abzuseilen.

Mo, 12.01., 6.43 Uhr: Ich beschließe, so schnell erst mal gar nichts abzuseilen. Der beißende Geruch der mir beim Öffnen der Tür entgegenströmte, erinnerte mich an Erzählungen meines Opas, über die Giftgasangriffe gegen den Franzmann im 1. Weltkrieg.

Mo, 12.01., 8.57 Uhr: Mittlerweile habe ich mich an die vollen Waggons, die Graffitis, die Verkäufer der Obdachlosenzeitungen und die mistigen Bahnsteige gewöhnt. Ich fühle mich voll integriert und bilde mir ein, dass man mich akzeptiert. Ich fahre von Frohnau wieder Richtung Süden und begrüße die Einsteigenden mit einem freundlichen 'Guten Morgen, Deutschland'. Erneutes Misstrauen. So eine junge Nutte, hör' ich von einem Gruftanwärter.

Mo, 12.01., 9.17 Uhr: Ich betrete den Umsteigebahnhof Gesundbrunnen. Ein leichter Appetit macht sich bemerkbar. Ich leiste mir eine Bifi-Roll und drei mal Erdbeerschnüre. Die Hälfte des Wurstersatzes im Betonteigmantel fällt mir beim Entern des Wagens auf den Boden, woraufhin mir eine alte Dame eins mit ihrer 'Gala' drüberzieht und mich als asoziales Drecksweib beschimpft. Als ich sie darauf hinweise, dass mein zweiter Vorname 'Knigge' ist, droht sie mir mit der Polizei.

Di, 13.01., 2.15 Uhr

Ich bin in der S-Bahn eingedöst. Zwischen den Stationen Friedrichfelde Ost und Wuhletal, reißt mich ein größerer Tumult endgültig aus meinem Halbschlaf. Fünf rechtsradikale Skins befassen sich mit einem jungen Pärchen aus Afrika. Zwei von ihnen bringen dem jungen Mohr S-Bahn-Surfen bei. Mein Beifall durch Nichteingreifen bewahrt mich vor eigenen Blessuren. Mein schlechtes Gewissen lässt mich allerdings unwirklich grinsen.

Di, 13.01., 2.45 Uhr: Bahnhof Lichtenberg. Ich werde von den kahlgeschorenen Kameraden zu ein paar Bären Pils eingeladen. Ich würde sie gerne über die Berliner Pils-Misere aufklären, doch die Angst, dass sie mir es direkt auf dem Bahnhof besorgen, siegt. So stimme ich sicherheitshalber mit schmieriger Lamoryanz das 'Horst-Wessel-Lied' mit an und trinke so ein Halbes fast auf ex (Prost, prost Kameraden...). Der Anführer der Truppe fängt an bei mir die Möpse und den Allerwertesten zu mustern und mir mit den Fingern durch die Haare zu fahren ('Du süßer doitscher Wuschelkopf. Da geht mir ja die Flack in der Hose los'). Bevor er endgültig gegen mich ins Manöver zieht und sein Rohr aus der Hose nestelt, gebe ich Fersengeld und wechsele abrupt die Bahn.

Di, 13.01., 7.35 Uhr: Ich war wohl erneut eingenickt, doch ein leckerer Geruch wie ein frisch gedeckter Frühstückstisch reißt mich aus den Träumen. Im Prinzip hätte mich eigentlich das Gelächter der anderen Fahrgäste wecken müssen, denn irgendwelche Drecksgören haben mich mit ihren Pausenbroten tapeziert. Eine Teewurstbemme klebt mir an der Brust, eine Käseschnitte auf dem Oberschenkel, ein Knäcke (Sesam) mit Häckerle auf dem Unterarm. 'Welche Drecksau ...?' brülle ich los, doch aufgrund meiner akuten Geldnot, wandelt sich mein Zorn schnell in ein Gefühl der Dankbarkeit. Mit einem christlichen Lied auf den Lippen verlasse ich den Waggon und stärke mich.

Di, 13.01., 9.11 Uhr: U-Bahnhof Nollendorfplatz. Ich erblickte mich just in dem Spiegel eines Fotoautomaten und fange fast an zu weinen. Meine Erscheinung erinnert an Nina Hagen, nach dem sie kopfüber in einen Farbtopf gefallen war und dieses kleine Missgeschick mit Schminke auszugleichen versuchte. Mein Gott,  vorgestern noch eine junge aufstrebende Journalistin, heute schon die Königin von Schöneberg.

Di, 13.01., ?? Uhr  Ich habe den Faden verloren und keine Aufzeichnungen gemacht. Irgendwie ist bei mir im Schädel für nichts mehr Platz ...

Di, 13.01., 17.51 Uhr: Ich bin gerade zum vierten Mal beim Schwarzfahren erwischt worden. Als zum wiederholten Male meine Personalien aufgenommen werden, brechen die Bediensteten in ein lautes Gegröle aus. Da das Begleichen der Rechnungen mittlerweile meinen Spesensatz um Einiges übersteigt, breche ich diesen Selbstversuch nach fast 36 Stunden frustriert ab, um noch Schlimmeres zu vermeiden. Die Stunden der Pflicht habe ich natürlich nicht geschlagen. Aber noch mal dieselbe Zeit? Nee, danke!  

Di, 13.01., 19.23 Uhr: Ich sitze mit gültigem Ticket im Zug nach Babelsberg. Ich muß unbedingt Ruhe und Kraft tanken. Das geht am besten bei den Eltern im heimischen Kreis der eigenen, nostalgischen Kindheit!
FAZIT
Folgendes habe ich für die Zukunft gelernt: Kinder sind grausam, Bären-Pils schmeckt wie Abgestandenes aus dem eigenen, mobilen Urinausschank, die BVG bietet ein prächtiges Sammelbecken für Sadisten, eine vollgepuschte Hose ist zunächst schön warm, später unerträglich kalt und die Werbung behält zum ersten mal Recht, wenn sie zeigt, dass die neue 'Bifi-Ranger' den stärksten Geier umhauen. Ab jetzt, Duschen, Schlafen und Aus!
Wenn’s dir dennoch gefallen hat, dann empfehle mich und meinen Bericht weiter! Oder du probierst es selbst aus, aber 32 Stunden musst du schon packen!
13.1.08 18:48


Vor 10 Jahren war's DIE GIRLBATS VON TEBE

Ein kühn durchdachtes Planspiel im Internet, das im Auftrag zweier Unternehmer und Altborussen von einem Werbeteam einen traditionellen Fußballclub einbezog, scheiterte an einem unvorhergesehenen Abstieg des Clubs. Sabine Schumann, Studentin in Berlin, gehörte zu den virtuellen, weiblichen Internet-Bats, die für eine clevere Geschäftsidee das erste Kapitel sein sollten. NNP: Sabine, wer gehörte zu diesen Bats und durch wen wurden sie gesteuert?

Wir sollten erst 11, also die Anzahl einer Fußballmannschaft darstellen, waren aber sechs. Vier davon traten offiziell im Internet auf. Ein nur bei Insidern bekannter Veteranenclub mit zumeist reichen Mitgliedern zog die Fäden, aus denen nach einem Aufstieg in die Bundesliga die eigentliche Geschäftsidee mit einem Musik- und Sportladen "LILA LADEN" in Berlin-Charlottenburg werden sollte.

NNP: Sie kommen aus einer reichen Berliner Familie, die zu den Clubsponsoren gehörte. War ihr Engagement in diesem Spiel Zufall?

Nein, alle Mädels wurden nach System ausgesucht, sie mußten alle ganz bestimmte Voraussetzungen mitbringen. Ich habe das Talent bestimmte Personen vor das Mikro zu bringen und sollte das auch mit den Profis von TeBe tun.

NNP: TeBe, das ist die Abkürzung von Tennis Borussia, einem traditionellen Fußballverein aus Berlin, der dort die Nummer 1 werden wollte?

Ja, die Nummer 2 war er ja schon. Wir sollten in seinem Fahrwasser schwimmen, für ein gutes Image sorgen und für ihn in aller Form werben.

NNP: Auch in Sachen Sex?

Sex als solcher wie im Internet durch geführt paßt hier nicht richtig. Ich würde aber sagen, Erotik sollte hier schon eine Rolle spielen, denn es gehörte ja zum Werbeziel innerhalb eines Jahres besonders viele Internet-Besucher anzulocken.

NNP: Warum gerade die Berliner Borussia?

Das hatte viele Gründe. TeBe hatte 1998 eine Supersaison in der damaligen Regionalliga abgeliefert, die beste, die je ein Team absolvierte. TeBe hatte die besten Sprücheklopper im Verein und die wenigsten Fans aller Zeiten. TeBe wurde von anderen gehasst wie kein zweiter Club und galt als eine Multi-Culti-Truppe, der man den von Bonzen gekauften Erfolg niemals gönnte. Das waren hervorragende Ansatzpunkte. Was man haßt, kann man lieben und hat oft das, was man haßt.

NNP: Wann starteten die Seiten im Internet?

Wir waren pünktlich zur Stelle als TeBe das entscheidende Spiel gegen Kickers aus Offenbach gewann und in die 2.Bundesliga marschierte. Wir mußten absolut anonym bleiben, denn nur Seiten mit den großen Unbekannten erwecken überall Interesse, umso mehr dann, wenn es sich um weibliche Fans in spärlich oder gar nicht bekleideter Darstellung handelt.

NNP: Haben Sie Geld dafür bekommen?

Natürlich, insbesondere aber die Mädels, die sich auf den Seiten unbekleidet zeigten und aus der Berliner Nachtszene stammten. Aber das war nur kurzfristig geplant, denn die Girlbats sollten ja später in der Öffentlichkeit auftreten.

NNP: Was hätte ein öffentlicher Auftritt von Ihnen bedeutet?

So genau wurde uns allen der Werbeplan nicht mitgeteilt, zumal Kapitel 2 mit der Öffentlichkeit nur nach dem Aufstieg von TeBe in die Bundesliga vorgesehen war. Aber wie mir bekannt, wären wir nach einem Aufstieg in jedem Fall mindestens die vierfache Menge an Girlbats gewesen, die dann jedem Spiel beigewohnt hätten. Wir hätten uns zur Fangemeinde geöffnet und mit ihnen gemeinsam für TeBe geschrien, gezittert und auch gekämpft. Viele von denen mochten uns ja schon, obwohl sie uns nicht persönlich kannten.

NNP: Der Verkaufsladen in Berlin, was sollte das werden?

Der Laden sollte wohl schon einen Namen wie ‚LILA LADEN‘ tragen, in Lila, der man 1998 die Modefarbe von 2000 voraussagte, gehalten sein und sowohl außergewöhnliche Sportkleidung wie Musikmode, HIP-HOP und ähnliches anbieten.

NNP: Wer stellte die Seiten ins Internet?

Das geschah von der Veteranenseite her, wir haben nur unsere Texte und Bilder abgeliefert.

NNP: Woher hatten Sie ihre Informationen, die eine Fan-Seite nun mal erfordert? Aus dem Club der Veteranen?

Ich würde nicht sagen, dass die Girlbat-Seite eine echte Fanseite von Tennis Borussia war. Sie sollte ja völlig anders als andere Seiten sein, also unkonventionell aber interessant. Das war nur mit Satire und Ironie zu erreichen, beides in Realität, Erfindung und Erotik verpackt. Entscheidende und wichtige Informationen hatten wir genug, da eine von uns einen hervorragenden Draht wegen verwandtschaftlicher Beziehungen zum Vorstand des Vereins und den Oldies von TeBe hatte.

NNP: Haben denn Sie und Ihre Freundinnen die eigenen Seiten regelmäßig im Internet betrachtet?

Als ich am Anfang unsere Internet-Seiten am heimischen PC anschaute, war ich enttäuscht. Das war mir zu primitiv. Aber das sollte wohl so sein: Nicht zu perfekt, es sollten ja fanatische Mädels sein, die mit allen Mitteln zu einem Verein halten. Wir wurden am Anfang etwas dumm dargestellt. Später wurden die Seiten, ohne dass es die Besucher merkten, nach und nach perfekter und besser. Allein die erotisch angehauchten Fotos holten mehr als 500 Surfer im Monat auf unsere TeBe-Fußballseiten. Hinzu kam, dass uns auch die Vereinsfarbe Lila gut zu Gesicht stand.

NNP: Hatten Sie Werbebanner auf der Seite?

Meist nur drei, die den Geschäftsleuten aus dem Kreis der Veteranen gehörten und aus dem Sport-, Mode- und Musikgeschäft kamen.

NNP: Was sagten die echten Fans zu Ihrem Auftritt im Internet, hatten Sie Kontakt zu ihnen?

Nein, erstens sollten wir ja anonym bleiben, es genügte also wenn wir einige Fans per Mail kontaktierten und zweitens nahmen die uns erst relativ spät wahr. Wie ich mich erinnere, wurden einige auf unsere Seiten erst durch gezielte Hinweise durch die Veteranen aufmerksam oder durch andere Fanseiten-Links zu uns geführt. Zu diesem Zeitpunkt kannten uns mehr Fans anderer Vereine als die von Tennis Borussia.

NNP: Und im Stadion, zum Beispiel bei den Heimspielen?

War höchstens eine von uns wegen der Fotos mit Digitalkamera da. Wir blieben brav anonym, sieht man von unseren Bildern im Internet ab.

NNP: Anonym mit Fotos im Internet. Geht das?

Ja und nein! Im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die 2.Bundesliga ...

NNP: Das war 1998/1999 !

...ja, da hatten wir keinerlei Probleme. Durch unsere virtuellen Mailpostfächer beantworteten wir unsere Post, besonders kritische, lustige und ärgerliche Mails veröffentlichten wir. Das lief gut und machte Fun. Zwei von uns standen aber TeBe näher. Und die beiden wurden, auch wenn sie früher nie durch einen intensiven Fan-Auftritt aufgefallen waren, trotz der älteren Fotos auf den Seiten im Internet erkannt.

NNP: Wie kam das Ende?

Man kann es eigentlich kaum glauben, aber wir sind tatsächlich dreimal gestorben. Zuerst im Sommer 1999, wo die Seiten gestoppt wurden, da unsere Auftraggeber plötzlich glaubten, dass wir den Weg zur Geschäftsidee mit zu viel Sex verbauten. Als es dann gemäßigt weiter ging, wurden wir Monate später nochmals gestoppt, da man nun glaubte, dass die Geschäftsidee auf der Säule Tennis Borussia nicht genug fundamentiert schien.

NNP: Was hatte das für Gründe?

Den Veteranen wurden Gerüchte bekannt, dass der TeBe-Hauptsponsor, die Göttinger Gruppe, in betrügerische Geschäfte verwickelt sei. Als das dann einen Monat später in allen Zeitungen völlig publik wurde, sollten wir aufhören.

NNP: Und?

Das lehnten wir ab, weil wir die Seite nun weiter machen wollten und jetzt auch Spaß an der lila Laune hatten. Wir holten uns aus unserem Freundeskreis eine, die solche Websites locker organisieren konnte. Das nahmen uns die Veteranen übel, denn nur eine von uns hielt zu deren Geschäftsidee. NNP: Aber das Ende der ‚Fledermäuse‘ kam dann doch?

Ja, einige von uns wurden in den Wochen danach förmlich bedroht, man kann es schon terrorisiert nennen. Als die Presse unseren Webauftritt sichtete, schlossen die Pellegrinos unter Vorstandsdruck von TeBe unsere Seiten, einige hatten sogar Angst vor den Göttingern. Als dann aber die Sache mit dem unverständlichen Zwangsabstieg in die 3. Liga kam, hatten wir uns auch intern zerstritten und lösten uns schlagartig auf. Trotz alledem, eine geile Zeit war das schon!

NNP: Sabine, ich bedanke mich für dieses Gespräch!

13.1.08 14:22


TeBe: Lila-Weiße Veilchengrüße

Mein Kontakt zum einstigen Eichkamp ist nicht mehr so doll, allein meine Jugendbezirke Charlottenburg, Schöneberg und Wilmersdorf sind mir arg fremd geworden. Gedanken und Erinnerungen, die sehr in Wehmut und Nostalgie eingebettet sind, kann ich aber niemals ganz ausschalten. So liegt das letzte gemeinsame Zusammensein in Berlin unter dem Zeichen des Fußballs von den Männern und Frauen aus dem lila-weißen Fanblut auch schon gut 7 Jahre zurück. Aber an wen kann ich mich überhaupt noch erinnern? Ich möchte es hier versuchen und grüße alle Fans, die sich namentlich danach auch angesprochen fühlen. Ich benutze natürlich nur die Vornamen und ausschließlich den Anfangsbuchstaben des Nachnamens, sofern der mir noch in der Erinnerung verblieben ist.

Also, nicht im Namen der Rose, sondern Grüße im Namen des Veilchens an:

Stephen A ***  Bernd B *** Hans B *** Martin B *** Marlene C. *** Martin E. *** Jochen F. *** Thorsten G *** Wolfram G *** Bernhard H *** Jürgen H. *** Günter H. *** Katja H *** Jörg K. *** Felix K. *** Günter L. *** Angelika L. *** Edna L. *** Mario M. *** Luzz M. *** Mirko N. *** Jörg O. *** Andre P. *** Dennis R. *** Robert R. *** Jörg S. *** Christian S. *** Michael S. *** Olaf S. *** Carsten S. *** Daniel S. *** Rene S. *** Sebastian T. *** Jana T. *** Andreas V *** Holger W. *** Katja W. *** Willi W *** Gabi W. *** Arnd Z. *** Olaf Z.  

Und an die vielen anderen, die ich hier vergessen habe, weil mir nicht sofort alle Namen eingefallen sind, natürlich auch die liebsten Grüße! Ganz besonders aber allen Mädels und Frauen, die für TeBe kicken und für die ich leider schon viiiiiiieeeeel zu alt bin ... Demnächst will ich mir einmal wieder ein Spiel der Ladies ansehen! Das wird Pflicht!

4.10.07 19:29


Weltmeister, - das ist schon was!

Nachdem die Ankunft unserer Mädchen als frisch gebackene Weltmeister(innen) nun unzählige Male in den Medien durch gekaut wurde, sollte man nun so langsam wieder zum Herkömmlichen übergehen. Sicher, auch ich habe als Ex-Fußballerin vor dem Fernseher gezittert, warum sollten auch die Brasilianerinnen den Titel erringen? Aber wenn ich ehrlich bin, wir hatten viel Suff und waren sicher nicht das bessere Team. Wenn der Elfmeter eingeschlagen hätte, wer weiß, ob wir noch hinten dicht gehalten hätten. Letztendlich hat also m.E. nicht unbedingt die bessere, sondern die abgeklärtere Mannschaft (Frauschaft?) gewonnen. Dass der eigene Kasten zur Jungfer reifte, ist natürlich noch zusätzlich ein weltmeisterlicher Hinweis. Also Glückwunsch, nicht jedes Team wird zweimal hintereinander Weltmeister. Was die Medien aber wieder unsinnig zu erwähnen wußten, war die Tatsache, das Frauenteam mit den Männern zu vergleichen: Die haben den Titel nicht errungen. Diesen Vergleich sollte man lassen, denn ich weiß aus guter Erfahrung: Unser nationales Frauenteam würde schon gegen eine Jugendmannschaft aus der Bundesliga mit Sicherheit zweistellig verlieren. In diesem Sinne, nicht nur dem Team, sondern auch dem Frauenfußball allgemein alles Gute für die Zukunft. Integriert haben sie sich! 

 

2.10.07 14:42


TeBe: Zu schön, um es zu vergessen!

Als wir 1976 im Sommer in Siegen Deutscher Vizemeister im Frauenfußball wurden, hatte der DFB und insbesondere die Medien für uns weniger als nichts übrig. Wir gehörten an den Herd und nicht auf den Fußballplatz. Trotzdem, unsere lila Borussia, insbesondere White, Gruner, Schröder & Co. hatten anderes mit uns vor. Der DFB, wer war das damals? Eine verknöcherte, alte Gruftie-Garde, die sogar den Ausschluß der Spielerfrauen 1974 beim Bankett in München vornehmen und nur mit den Spielern des frisch gebackenen Weltmeisters von Müller & Co. feiern wollte. Was für ein armseliger Funktionärshaufen von Machos. Zum Glück hatten sie nicht mit dem Aufmucken der Spieler gerechnet, die ihre Teilnahme am Büffet beim Ausschluß ihrer Frauen in Frage stellten. Bomber Müller und "Uns-Uwe" hatten schon die Koffer zur Abreise gepackt, dann endlich gab der Funktionärsrotz nach.

Eigentlich war ich Handballerin und bin durch Einfluß von Jack in das Fußball-Frauenteam gewechselt. Leider nicht für lange Zeit, denn Jack hatte mit seiner Musik viel zu viel am Hals, Helmut Jonas kam und löste ihn ab. Mit ihm kam ich gar nicht so recht klar, bei der 2. Berliner Meisterschaft 1975 spielte ich mehr auf der Bank und bei der Endrunde gegen den Bonner SC (1:2) fehlte ich fast immer. Als wir noch drittbeste Frauenmannschaft in Deutschland wurden, standen mir trotz Nichtmitwirkens die Tränen in den Augen.

Gut ein Jahr später spielte sich das ab, was mich prägte und in mir auch heute noch in tiefster Erinnerung mit Freude und Traurigkeit hängt: Wir kamen ins Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft der Frauen im westdeutschen Siegen. Unendliche Freude, nachdem wir unseren Gegner aus Göttingen mit 3:1 vor mehr als 5000 Zuschauern besiegen konnten und tiefe Traurigkeit, als wir dann gegen die Bayern nach einem 2:2 noch in der Verlängerung mit 2:4 völlig glücklos und unverdient unterlagen. Immerhin, wir waren Vizemeister. Man muss auch als Zweiter in der Lage sein, Glückseligkeit als stolzer Verlierer zu fühlen! Diese Worte unserer Betreuerin Charlotte werde ich nie vergessen. Es leben die Veilchen, God Save TeBe!       

30.9.07 13:33





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